Was suchen Sie?

Thema: Neudiagnose MS

Ein Kinderbild von Silas an seine Mama

Alles normal!

Als ich sieben Jahre alt war, hat meine Mutter die Diagnose Multiple Sklerose bekommen. Ich wusste zu Anfang gar nicht, was passiert war. Ich bin damals mit zum Hausarzt gegangen und als wir wieder zu Hause waren, habe ich mich erst mal mit unserem Hund beschäftigt, bis ich meine Mutter weinen gesehen habe. Danach sagte mein Vater, dass wir ins Krankenhaus fahren. Mir war gar nicht klar, warum eigentlich.

Nachdem meine Mutter aus dem Krankenhaus entlassen wurde, hat sie mir erzählt, dass sie Multiple Sklerose hat. Ich hatte Angst, dass meine Mutter sterben könnte, aber sie hat mich dann beruhigt und mir gesagt, dass MS eine Nervenkrankheit ist.

Im Laufe der Zeit hatte ich fast vergessen, dass meine Mutter krank ist, bis sie sagte, dass sie ab und zu mal eine Pause braucht. Ich habe dann kleine Sachen im Haushalt geholfen. Zum Beispiel die Spülmaschine ausräumen oder den Tisch decken.

Ich bin schon etwas traurig, dass wir eigentlich nie zusammen eine Fahrradtour unternehmen konnten. Meine Mutter und ich haben oft Federball zusammengespielt und immer, wenn es wirklich gut lief, musste meine Mutter eine Auszeit nehmen, was schon nervt, aber ich kann es auch verstehen. Danach geht es ja weiter.

Ein gemaltes Bild von Silas
„Ich war 7 Jahre alt, als ich diese Bilder einfach aus dem Bauch heraus gemalt habe. Dabei dachte ich mir, wie sich wohl meine Mutter im Krankenhaus fühlen würde.“

Sportliche Dinge, wie Fussballspielen oder dergleichen konnten wir nie zusammen machen. Mein Vater und ich haben das dann eben alleine gemacht, während meine Mutter entweder zu Hause war und sich ausgeruht hat oder schon dabei war, aber nicht mitgespielt hat, weil sie es eben nicht konnte.

Heute bin ich 13 Jahre alt und eigentlich hat mich das alles gar nicht so beeinträchtigt und tut es immer noch nicht. Ich weiß auch gar nicht mehr so genau, wie es vor der Krankheit war.

Trotzdem ist es heute immer noch so, dass ich mich irgendwie unwohl fühle, wenn meine Mutter ins Krankenhaus muss. Irgendwie habe ich immer Angst, dass etwas noch Schlimmeres sein könnte, obwohl ich das gar nicht richtig benennen kann.

Momentan habe ich eigentlich keine Angst, dass die MS mit meiner Mutter in absehbarer Zeit etwas Furchtbares machen könnte. Wenn ich mal solche Gedanken habe, gestehe ich aber auch ehrlich, dass ich mir das selber Schönrede – es wird schon nichts passieren. Was soll ich denn sonst machen?

Krankenhausbild

Ich gehe noch zur Schule und mein Fokus liegt auch auf anderen Dingen, denn irgendwie ist ja doch alles normal, für mich eben normal. Ich möchte mich nicht mit schwarzen Gedanken quälen und mit der Was-Wäre-Wenn-Frage.

Was kommt noch? Ich weiß es nicht und ich lasse das auf mich zukommen

Ich weiß, dass ich meine Mutter und meinen Vater immer alle Fragen stellen kann und ich weiß auch, dass ich ehrliche Antworten bekomme. Was kommt noch? Ich weiß es nicht und ich lasse das auf mich zukommen. Das sagt meine Mutter immer und diesen Grundsatz habe ich mir auch für mich eingeprägt! Bisher haben wir alles geschafft!