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Thema: Selbstliebe

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Foto der Bloggerin Lara

Hey Körper,

echt toll, was du so alles leistest! Bin schon ziemlich stolz auf dich, auch wenn ich manchmal echt genervt von dir bin. Gerade, wenn du mal wieder Sperenzchen machst und mir dadurch den Tag vermiest. Okay, nicht den ganzen Tag, aber meine Laune verdirbst du mir schon manchmal. Vielleicht sollte ich dir im Einzelnen mal wieder sagen, wie schön du bist? Ja? Okay, here we go! 

„Zeigt her eure Füßchen“

Fotos von Laras Füßen

Eigentlich hasse ich ja Füße. Es hat Jahre, wenn nicht sogar J-A-H-R-Z-E-H-N-T-E gedauert, bis ich meine eigenen auch nur ansatzweise anfassen konnte. Selbst heute wasche ich mir noch dreimal gründlich mit ganz viel Seife die Hände, nachdem ich meine Zehennägel lackiert habe. Fuß-Fetischistin werde ich sicherlich in diesem Leben nicht mehr. Wieso ich Füße so eklig finde? Keine Ahnung. Mittlerweile finde ich meine ganz okay. Nicht so okay finde ich, dass ich sie manchmal nicht spüre. Dann spüre ich nämlich auch den Boden nicht mehr und mein Gang wird ganz unsicher. Fast, als ob ich eine halbe Flasche Thai-Whiskey intus hätte. Hab ich dann aber meist gar nicht, ehrlich! Vielleicht ist das die Rache, dass ich meine Füße lange Zeit so blöde fand. Aber hey, Füße, ich nehme es euch nicht krumm! Ihr funktioniert ja die meiste Zeit über und befördert mich sicher von A nach B. Danke dafür!

„These legs are made for walking“

Foto von Laras Beinen

Für meine Beine gilt dasselbe wie für meine Füße. Okay, eklig fand ich sie nie. Eigentlich fand ich meine Beine immer ganz ansehnlich, wenn nicht sogar schnieke. Hatten immer ein ganz gutes Verhältnis zueinander. Bis sie dann irgendwann entschieden haben, einen eigenen Kopf zu entwickeln. Mich manchmal einfach auf den Boden plumpsen ließen, weil sie sich vor mir „versteckt“ haben. Hat dann ein paar Minuten und einiges an Kribbelgefühlen gekostet, bis sie wieder zu mir zurück kamen. Bislang kamen sie immer wieder zurück. Ich hoffe, das bleibt so. Ich würde sie echt vermissen.

„Schüttel dein Speck“

Foto von Laras Bauch

Mit meinem Bauch habe ich oft so meine Probleme. Vor allem, wenn er mir vorgaukelt, dass ich schwanger bin. Ich bin dann aber einfach nur vollgefressen. Kommt häufiger vor. Aber ich schweife ab. Ich werde mit meinem Bauch sicherlich zukünftig weiterhin Diskussionen über sein Aussehen führen. Im Großen und Ganzen finde ich ihn aber ganz in Ordnung. Meinen Bauchnabel und den kleinen süßen Leberfleck darüber fand ich hingegen immer ganz schick. 

„Hand in Hand“

Fotos von Laras Händen, die eine Tasse halten.

Mit meinen Händen war ich auch nicht immer zu 100% zufrieden. Habe ziemliche Wurstfinger und gigantische Handflächen. Vielleicht ist aber dafür meine Lebenslinie extrem lang, wer weiß? Habe mich schon länger nicht mehr damit beschäftigt. Sollte ich vielleicht mal wieder. Seitdem ich MS habe, melden sich meine Hände öfter bei mir. Kribbeln ab und zu, vor allem die kleinen Finger. Als wollten sie sagen: „Kuck kuck, wir sind auch da! Wir sind zwar kurz, aber wir bieten genug Fläche um ordentlich zu Kribbeln!“ Haaach ja, und wie sie das tun. Diese Schelme! Zum Glück passiert das noch nicht allzu häufig, aber die Hände, ja sogar meine beiden Arme haben sie mit ihrem Schabernack schon angesteckt!

„Numb“

Foto von Laras Armen

Also Kribbeln sie munter mit, meine Arme. Wenn sie sich denn melden wollen. Meist stellen sie sich nämlich taub, im wahrsten Sinne des Wortes. Die Oberarme fühlen sich -glaube ich- zu cool, um bei dem Spiel mitzumachen. Die Unterarme sind aber mittlerweile Profis darin. Sie sind sogar so gut, dass ich sie manchmal gaaar nicht mehr spüre. Verrückt und unheimlich. Kommt zum Glück auch noch nicht so häufig vor. Arme, bitte bleibt bei mir! Ich brauche euch doch & ob ihr es glaubt oder nicht, ich schätze euch sehr! <3

„Shake shake“

Foto von Lara, die einen Kaffee trinkt

Haaaach ja, Mund. Ich erinnere mich, als ob es gestern gewesen wäre: Eigentlich wollte ich nur einen Schluck Kaffee trinken, doch du hattest dich entschlossen, mir -in Kooperation mit meinem lieben Kopf noch etwas dazu zu schenken: ein unkontrollierbares Schütteln. Unheimlich war es. Wusste ja nicht, ob das jetzt am Koffein in meinem Kaffee lag oder an mir. Jetzt weiß ich, woran es lag – hallo MS!

„Can’t take my eyes off of you“

Foto von Lara, die sich ein Auge zuhällt

Nun ja, manchmal muss ich das. Weil meine Augen schmerzen. Meist das rechte, ganz plötzlich und völlig unerwartet. Sehe dann immer so ein bisschen verschwommen, als ob meine Brille voller Fettschmiere wäre. Ich trage dann aber meist gar keine oder meine Brille ist lupenrein. Mist, lag dann wohl doch am Auge selbst … nach ein paar Mal blinzeln ist das Verschwommene dann meist wieder ganz klar zu sehen. Manchmal möchte man ja, dass Sekunden zu Stunden werden. In diesem Fall möchte ich das nicht.

„In my head“

Foto von Laras Rücken, während Sie sich die Haare rauft

Ja, lieber Kopf. Du bist mein Sorgenkind. Bist du schon immer gewesen. Hast dich doch immer so komisch angefühlt. Geknackt hast du auch des Öfteren. Dachte schon, du hättest einen Tumor in dir versteckt. Gott sei Dank sind es „nur“ ein paar Läsionen. Die nerven dich auch? Toll, dann lass uns doch zusammen versuchen, es nicht noch mehr werden zu lassen. Zusammen packen wir das schon, da bin ich ganz zuversichtlich! 

„Love yourself“

Foto von Laras Rücken, während Sie sich selbst umarmt

Körper, auch wenn du manchmal Sperenzchen machst – ich liebe dich! Auch wenn wir manchmal miteinander auf Kriegsfuß stehen – ich liebe dich! Auch wenn ich dich vielleicht manchmal nicht so behandle, wie du es verdienst – ich liebe dich! Du bist doch mein Rückzugsort. Mein Wohlfühlbereich. Der Schutzmantel meiner zerbrechlichen Seele. Du hälst mich zusammen. Hälst mich am Boden. Beschützt mich. Ich schulde dir so viel. Ich bin dir unendlich dankbar für alles. Danke, dass es dich gibt!

Liebst du dich?

Foto von Lara

Hast du dir diese Frage schon einmal bewusst gestellt? Lass dir ruhig ein paar Minuten Zeit für die Antwort. Vielleicht sogar Stunden. Tage. Beschäftige dich mal nur mit dir selbst. Setze dich mit dir selbst auseinander. Kümmere dich um dich selbst, tu dir etwas Gutes. Gönne dir etwas. Das Wichtigste ist, dass du dich in deinem Körper wohl fühlst. Dich mit dir selbst wohl fühlst. Mit dir im Reinen bist. Auch wenn dieses Gefühl der puren Selbstliebe vielleicht nicht 100% der Zeit anhält, sei dir sicher – du bist einzigartig. Du bist du. Du bist genug. 

Du bist perfekt.