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Thema: Sexualität

Sportschuh

Kolumne – Der Schuhkampf

Ich liebe den Sommer, ich vertrage die Temperaturen gar nicht, wen wundert᾽s! Aber der Sommer ist meine Jahreszeit. Ich mag den blauen Himmel, Sonnenschein, die Wärme und ich liebe den Geruch des Sommers. Und gelegentlich macht mich meine sommereuphorische Verfassung auch leichtsinnig.

An einem Sommermorgen bin ich echt zu allem fähig!

Der bekannte blaue Discounter im 15 Kilometer entfernten nächsten größeren Ort hat in seinem Wochenprospekt ein Paar Laufschuhe, die ich unbedingt für meine Hunde-Waldspaziergänge haben möchte.

Im Prospekt sind auch noch andere Angebote, die sich an die Lauffreudigen unter uns richten: Funktionsshirts und -hosen, schweißableitende Socken und all so ein Zeug, das ein echter Langläufer unbedingt benötigt. Es ist Montagmorgen und ich springe förmlich in mein Auto und düse los.

In meiner Euphorie habe ich allerdings nicht bedacht, dass das Angebot des Discounters, dessen Prospekt am Wochenende in jedem Haushalt landet, auch andere Schnäppchenjäger auf den Plan ruft. Und das nicht zu knapp!

Die Parkplatzsituation lässt schon nichts Gutes erahnen und meine Befürchtungen bewahrheiten sich rasch: Um das Aktionsregal im Innern drängeln sich verschiedene, hauptsächlich weibliche Vertreter der menschlichen Rasse. Sind jetzt alle dem Jogging-Wahn verfallen? Müssen die nicht arbeiten? Ich meine, es ist schließlich Montagmorgen halb zehn in Deutschland und da ist die arbeitende Bevölkerung überall, nur nicht vor einem Aktionsregal voller Schuhe!

Ich will ein Paar von diesen Schuhen! Und bitte in meiner Größe, also bewege ich mich in den Dunstkreis der begehrten Artikel und bekomme einen Eindruck davon, wie vermutlich unsere weiblichen Vor-Vorfahren miteinander umgegangen sein müssen. Es wird geschubst, in die Seite gebufft und gnadenlos auf fremde Füße getreten. Einer verblüfften Frau wird der Schuh aus der Hand gerissen, den sie gerade interessiert beäugt hat. Es wird gegrunzt, gemurmelt und der Alte (bedauernswerter, mitgeschleppter, wartender Ehemann) angeraunzt, der teilnahmslos und der Situation ergeben am Einkaufswagen lehnt.

Zustände wie beim Rugby-Endspiel!

Rugby-Endspiel

Ich grabsche ein Paar Schuhe, die meine Größe zu sein scheinen, und streife sie schnell über.

„Passen nicht ganz, oder?“

Die schnippische Frage kommt von einer anderen Frau, die ein Paar Schuhe in der nächstkleineren Größe in der Hand hält und wohl inständig hofft, dass mein gerade ergattertes Paar mir zu klein oder auch zu groß sein möge.

Ich setze mein breitestes Grinsen auf und antworte genussvoll:

„Doch, passen wie angegossen!“

Ich werfe das Paar Schuhe schwungvoll in meinen Einkaufswagen und bedenke die Frau mit einem freundlichen Blick. Ihre blickliche Erwiderung ist so finster, dass mir bange wird. Die wird doch wohl nicht …?

Einen Moment lang habe ich echt Angst, sie reißt mir das Paar Schuhe aus dem Wagen! Schnell schnappe ich meine Beute und drücke sie ängstlich an mich. Bis zur Kasse lasse ich sie nicht mehr los und muss den Rest meines Einkaufs nun einhändig erledigen.

Als ich endlich wieder in meinem Auto sitze, ist mir das Wetter egal. Ich bin am Ende meiner Kräfte, ich fühle mich, als hätte ich alleine die Schlacht von Trafalgar geschlagen!

Ich bin so platt, ich passe glatt unter jede Fußmatte!

Den Rest des Tages muss ich nun auf dem Sofa verbringen, weil die MS das kacke fand, was ich da veranstaltet habe. Ich habe nun so gar nichts mehr vom tollen Sommertag!

Dass ich die MS meinerseits auch kacke finde, ist der ollen Tante MS nun wieder egal.

So was Verrücktes mache ich nie, nie wieder, ich schwöre es!

Btw. … Gibt es schon einen neuen Prospekt vom blauen Discounter?????