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Thema: Kompromisse

Was meinem Körper guttut, tut auch meiner Multiplen Sklerose gut

Kompromisslos köstlich: Was meinem Körper guttut, schmeckt mir auch

Früher hab ich gegessen, was mir schmeckt. Und zwar nur das. Die MS-Diagnose, viele Besuche beim Neurologen und ein ständiges Gefühl von Unsicherheit später lautet die Aussage anders: Mir schmeckt, was ich esse. Und zwar das, was meinem Körper guttut. Da gibt es für mich keine Kompromisse.

Ich muss den Neurologen ziemlich bescheuert angestarrt haben, als er mir vor etwa sechs Jahren eröffnete, dass er beim MRT „Herde“ in meinem Gehirn gefunden habe und dass das auf Multiple Sklerose hindeutet. Multiple was? Ich hatte noch nie von der Krankheit gehört, wusste nicht, was sich nun für mich verändern sollte.

Sechs Jahre später weiß ich: Es sollte viel sein. Die größte Umstellung betraf das, was ich zu mir nehme. Und das war vor der Diagnose – wie oben bereits angekündigt – nicht unbedingt ausgewogen. Meine Mutter bezeichnete mich damals gern als „Pudding-Vegetarierin“. Wo sie den Ausdruck aufgeschnappt hat, weiß ich nicht. Aber er bedeutet wohl, dass man kein Fleisch ist, und das, was dem Körper dadurch fehlt, nicht mit Hülsenfrüchten und Co. ausgleicht.

Ertappt. Ich hab stattdessen Weißbrot, Süßigkeiten und lauter ungesundes Zeugs in mich reingestopft. Nun, ich würde mir niemals anmaßen zu sagen, dass ich die MS-Diagnose aufgrund meiner Ernährung bekam. Aber ich bin mir inzwischen sicher, dass mein ungesundes Essen Teil einer langen Kette war, die diese Diagnose beeinflusste.

Ein Nahrungsmittelunverträglichkeitstest war der erste Schritt

Mit der Diagnose in der Hand und 1000 Fragen im Kopf begann ich also, nach Dingen zu suchen, die meinem Körper guttun und ihm nicht schaden. Unter anderem machte ich einen Nahrungsmittelunverträglichkeitstest, bei dem herauskam, dass mein Körper Weizen und Soja nicht verträgt.

Ausgerechnet Weizen. Das Getreide, das in allen meinen Lieblingsspeisen enthalten ist. Am Anfang war das eine ganz schön große Herausforderung, um Pizza und Pasta einen Bogen zu machen. Aber mit der Zeit merkte ich, dass es mir tatsächlich guttut, auf das helle Mehl zu verzichten.

Dass ich es nicht vertrage, wurde mir so erklärt: Wenn ich meine geliebte Pizza oder Pasta wie bisher aus Weizenmehl esse, dann bekommt mein Körper Stress, weil er mit beidem nicht gut umgehen kann. Er muss sich wahnsinnig anstrengen, damit er beides abbauen kann. Die Energie, die er dafür aufwenden muss, fehlt ihm dann, um mein Immunsystem zu stärken. Und das Immunsystem ist nun mal das, was bei der Multiplen Sklerose aus ganzheitlicher Sicht am allermeisten gestärkt werden muss, damit es nicht mehr verrücktspielt und dann irrtümlich Körperzellen angreift.

Bye, bye Pizza

Die herkömmliche Pizza, die ich beim Italiener so gern gegessen habe, fiel also raus aus meinem Speiseplan. Aber hey, die meisten Restaurants bieten inzwischen sogar glutenfreie Pizza und Pasta an. Ich hab für mich inzwischen festgestellt, dass ich eben ein bisschen planen muss, bevor ich ins Restaurant gehe. Wo gibt es glutenfreie Dinge? Wo steht nicht nur ungesundes Zeug auf der Speisekarte?

Ungesundes Zeug, damit meine ich auch Dinge wie Konservierungsstoffe, Farbstoffe, künstliche Aromen, künstliche Süßstoffe und auch Zitronensäure, die, wenn sie chemisch hergestellt ist – und das ist sie wohl in den meisten Produkten – die Bluthirnschranke öffnen soll und so Schadstoffe und Co. frei ins Gehirn fließen lässt. Und wer will das schon?

Ganz zu schweigen von den zahlreichen „E“ auf den Verpackungen im Supermarkt, die eine Wissenschaft für sich sind. Mir hat mal ein Heilpraktiker gesagt, dass es einen Unterschied zwischen Nahrungsmitteln und Lebensmitteln gibt: Mit Nahrungsmitteln sind die Dinge gemeint, die uns sattmachen – wenn auch nur kurzfristig – und die industriell verändert wurden. Lebensmittel sind Dinge, die die Natur uns schenkt und die dann auch möglichst naturbelassen verzehrt werden sollten. Nicht umsonst gibt es das berühmte Sprichwort: „An apple a day keeps the doctor away“. Ich bin inzwischen der Meinung, dass die Dinge, die die Natur uns gibt, doch schon gut und gesund so sind, wie sie sind. Warum sollten wir Menschen sie dann verändern?

Mein Fazit lautet also: Ich gebe meinem Körper, was er braucht. Und das in einer Form, die ihm guttut. Und ich lasse das weg, was ihm schadet.

Da gibt es für mich keine Kompromisse.

GZDE.MS.19.11.0781