Was suchen Sie?

Thema: Verluste und Gewinne

Ein Stuhl in einem leeren Raum

Zeit des Vergessens

Nach dieser sehr langen Zeit in meinem kleinen Alcatraz, schreiben mir so langsam immer mehr Leute gar nicht mehr zurück, und wenn sie schreiben dann nur ein paar Worte. Ich nehme nicht mehr teil am normalen Alltag und ich fühle mich so langsam immer mehr in der Versenkung – abgeschoben und vergessen

Nur wenige Menschen sind bei mir geblieben. Es ist lange nicht mehr so einfach, Kaffeetrinken oder einfach in die Stadt zu gehen. Es benötigt längere Vorbereitungen. Mich hat es richtig mitgenommen, dass ein sehr guter Kumpel einfach abgehauen ist und ich auch meine Schokoladenschwester verloren habe. Sie hatte meine schwarz-weiße Welt immer bunt und lebendig gemacht. Es häuft sich, dass mich mehr Menschen verlassen, oder es fällt mir jetzt einfach mehr auf. Das hat meine Energiereserven so langsam einfach zunehmend geleert. Ich lebe und kommuniziere nur durch das Internet –  in der virtuellen Welt. Zwischen realer und virtueller Welt hänge ich fest: So eine Art Zwischenwelt. Das wichtigste dabei ist, dass ich die Kraft dazu aufbringe meine körperlichen Beschwerden auszublenden. Das alles ist mir vorhin eingefallen, als ich wieder mal jemanden bei Facebook geschrieben habe: Ich schrieb einem Physiotherapeuten, der zu einem Freund von mir wurde.

Menschen kommen und gehen – bei mir gehen sie eben öfter. Naja ich glaube, dass jeder Mensch mit Handicap sowas erlebt oder etwas ähnliches. Meine Erinnerungen sind zum Glück noch lebendig:

„Wenn ein Engel die Erde berührt und er dabei die Sonne zum lächeln verführt “ – so etwas passiert hier nicht mehr, die Landebahn ist defekt.

GZDE.MS.16.08.0950