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Thema: DIY

Tausend Gesichter: Heike

Es gibt Menschen, die glaubt man einigermaßen zu kennen, weil man schon eine Weile miteinander zu tun, Geschichten und WhatsApp Nachrichten ausgetauscht und einige Workshops zusammen erlebt hat.

Der Dreh mit Heike

So bin ich also zu dem Dreh mit Heike gefahren. Blog und Facebookseite kenne ich gefühlt schon eine Ewigkeit, seit eineinhalb Jahren arbeiten wir zusammen bei Einblick und haben uns mittlerweile ja auch schon ein paar Mal persönlich bei verschiedenen Events getroffen und auch intensiver unterhalten können.

Doch als uns Heike freudig am Morgen des ersten Drehtags begrüßt, spüre ich schon, dass da jetzt eine andere Heike vor mir steht. Eine noch einladendere, offenere und zugleich auch entspanntere Heike. So in sich ruhend hatte ich sie bisher noch nicht erlebt. Das war meine persönliche erste Überraschung.

Fotocollage vom Drehtag bei Heike

Als wir das Wohnzimmer betreten, um unser Equipment abzustellen, denke ich sofort: „Ja – irgendwie stellst du dir genau so eine Blogger-Wohnung vor.“ Wie im Katalog, nur viel persönlicher. Sorgfältig zusammengestellte Deko auf den Fensterbänken und den Tischen. Gemütliche Decken und Kissen auf dem Sofa. Geschmackvolle Bilder an den Wänden.

Als wir dann beginnen zu drehen, fällt mir meine innere Kinnlade mehr und mehr auf die Brust und ich kann nicht einmal ganz genau definieren, warum. Wir führen sehr intensive, tiefgründige Gespräche, decken unglaublich viele und auch schräge Gemeinsamkeiten auf. Immer dabei: Hund Smiley. Der kuschelige Mischling wacht sehr genau über sein Frauchen und folgt am liebsten überall hin.

Heike bastelt sehr vielfältig mit den unterschiedlichsten Techniken. Ihr Geschmack ändert sich von Zeit zu Zeit. Momentan steht sie auf Shabby Chic. Vor allem dieses Unperfekte, was der Stil mit sich bringt, hat es ihr angetan. So sucht sie auch ihren Weihnachtsbaum aus. „Ich habe immer das Gefühl, einen behinderten Weihnachtsbaum zu kaufen“, erzählt sie uns lachend. Sie sucht sich nämlich jedes Jahr ein schiefes Bäumchen aus, das dann von ihr mit Kugeln und selbstgemachten Shabby-Anhängern zum Strahlen gebracht wird.

Fotocollage vom Drehtag mit Heike

Neben dem Malen und Dekorieren schreibt Heike sehr viel. Ihr nächstes Projekt soll ein Hörbuch werden, bei dessen Aufnahmen sie uns lauschen lässt. Am Mischpult sitzt ihr Peter und begleitet die Aufnahmen technisch.

Nicht nur im Studio merkt man, dass die beiden ein eingespieltes Team sind. Heikes Fatigue macht natürlich auch bei den Dreharbeiten keine Pause, doch man merkt an Kleinigkeiten, dass die beiden dann schon wissen, was zu tun ist. Peter fasst mit an, räumt Heikes Mal-Utensilien beiseite, die wir für den Dreh herausgekramt und in der Wohnung verteilt haben, versorgt das Filmteam mit Getränken. Und Heike hat Luft, um ein paar Minuten die Füße hochzulegen und sich zu entspannen.

Fotocollage vom Drehtag mit Heike

Die zwei Drehtage vergehen wie im Flug in der immerwährenden Wohlfühl-Atmosphäre. Am Ende merke ich, wie schön es war, Heike einmal ganz für mich zu haben und sie in ihrem Zuhause kennenzulernen. Sie hat mich beeindruckt, vor allem in der Klarheit, wie sie den Umgang mit ihrer Krankheit in Worte fassen kann. Wie sie ihre Energie an andere transportiert. Wie viele Strategien sie für sich entwickelt hat und wie sie immer weiter versucht, Neues auszuprobieren. Eben lebendig zu sein.

Als ich vom Dreh nach Hause komme, packe ich als erstes meine eingestaubten Mal-Utensilien aus.

 

GZDE.MS.16.11.1421