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Thema: Ernährung

Der Dreh mit Sandra

Wir machen uns dieses Mal auf in das schöne Österreich - eine Premiere für „Tausend Gesichter“! Dort treffen wir die 22-jährige Sandra. Wir haben uns per Mail kennengelernt und wissen noch nicht allzu viel voneinander. Das richtige Kennenlernen passiert dann sozusagen live vor der Kamera.

Making Of 01

Dabei entdecken wir ein paar sehr interessante Parallelen. In ihrer Kindheit und Jugend hat sich Sandra recht gesund ernährt, es wurde schon immer fettarm gekocht, da ein zu hohes Cholesterin bei ihr und ihrer Mama angeboren ist. Als sie dann auszieht und sich zum ersten Mal um alles kümmern muss – Wohnung, Kochen, Haushalt eben – fällt sie dann doch häufiger mal auf Fast Food zurück. Das kommt mir doch seeeeehr bekannt vor.

In der Phase, in der ihr Schub ausbrach, durchlebte sie eine besonders stressige Zeit, weil sie so viel auf der Arbeit zu tun hatte und viel unterwegs war. Zeit zum Kochen war da nicht. Die Diagnose ändert ihre Einstellung zum Essen dann schließlich.

Sandra wird von ihrem Umfeld bei ihrer Ernährung unterstützt, sie handhabt aber nicht alles super dogmatisch. Es kann immer mal Ausnahmen geben, lautet ihre Devise. Sie möchte ja immer noch Freude an dem Ganzen haben.

Making Of 02

Zum Abendessen schwingt sie den Kochlöffel für ihre Mama, ihre Nichte und sogar für das Filmteam. Gemüse, Fisch und Nudeln mit einem selbstgemachten Pesto aus Gartenkräutern kommt auf den Tisch. Sandra amüsiert sich während der Zubereitung ziemlich darüber, dass ein Gericht, was vielleicht eine halbe Stunde in der Zubereitung dauern würde, mit uns über drei Stunden Zeit einnimmt.

Am nächsten Tag zeigt uns Sandra einen idyllischen Ort an der Traun, an dem sie oft spazieren geht oder Fahrrad fährt, manchmal allein und manchmal mit ihrer Cousine und deren Hund. Und in Zukunft wahrscheinlich auch mit ihrem eigenen Hund, der bald bei ihr einziehen wird.

Making Of 03

Wir reden nicht nur über Ernährung. Auch über Familie, Zukunftspläne, die Arbeit. Die Zeit verfliegt mal wieder viel zu schnell, denn wir finden so viele Gesprächsthemen, dass wir gerne noch ein paar Tage länger miteinander verbracht hätten.

Meinem Team und mir fällt vor allem besonders auf, wie weit Sandra mit ihrer positiven Lebenseinstellung jetzt schon ist. Sie hat die Diagnose erst vor einem Jahr bekommen und immerhin direkt zwei Schübe gehabt. Aber sie strotzt vor Lebenskraft und vorwärtsgerichteter Energie.

Sie erzählt mir, dass sie eine Weile nach der Diagnose eine Gesprächstherapie begonnen hat, die ihr sehr geholfen hat. Seit dem hat sie gelernt, mehr im Hier und Jetzt zu leben und die Angst vor neuen Schüben loszulassen. Und außerdem fühlt sie sich nicht komplett ausgeliefert. Sie sagt, man kann immer selber dran arbeiten, dass es auch wieder besser wird, wenn mal ein schlimmer Schub kommen sollte. Eines ihrer Vorbilder ist eine Frau aus ihrem Yoga-Kurs, die vor einigen Jahren noch einen Rollstuhl benutzt hat und der man nun nichts mehr von ihrer MS ansieht.

Beschwingt fliegen wir wieder nach Hause – mit schönen Bildern, interessanten Gesprächen und Sandras positiver Ausstrahlung im Gepäck.