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Thema: Alltag & Extreme

Tausend Gesichter - Der Dreh mit Patrick

Vor einiger Zeit bekam ich eine ganz besondere E-Mail mit einem Videolink. In dem kurzen Film stellte sich ein junger Mann namens Patrick vor und erzählt mir, dass er gerade vor zwei Wochen die Diagnose MS erhalten hat und ihm meine Filme über den Weg gelaufen sind. Er sagt, er weiß noch nicht so recht, was er mit der Information der Diagnose anfangen soll und was ihm seine Zukunft bringt und falls ich Interesse hätte, ihn zu porträtieren, stünde er zur Verfügung.

Kamera

Ich fand es damals schon spannend, dass er sich so früh für einen Film meldet und der Welt von seiner Diagnose berichten will. Jetzt haben sich unsere Wege also getroffen, ein Jahr später.

Patrick hat mittlerweile insgesamt zwei Schübe gehabt, Höhen und Tiefen erlebt, ist aber immer noch mit der gleichen wilden Entschlossenheit unterwegs, die Krankheit keinen Weltuntergang sein zu lassen. Generell wird ihm viel zu viel dramatisiert und gejammert unter anderen Betroffenen.

Am ersten Drehtag veranstaltet Patrick einen Grillabend mit ein paar Freunden, Couchsurfern und anderen Bekannten. Er lernt gerne Menschen kennen, ist selber Couchsurfer und genießt vor allem die Offenheit und Vielfalt, die unter ihnen herrscht. Seine MS steht zwar nicht in seiner Biografie, aber Patrick redet eigentlich relativ schnell und offen darüber, vor allem mit anderen Couchsurfern, weil ihm von ihnen kein Mitleid entgegengebracht wird.

Patrick inder Küche bei unserem Dreh

 

Drohne

Am nächsten Tag dürfen wir ihn zu seinem Sprungtraining begleiten, denn Patrick ist High-Diver. Vorher dürfen noch Zeuge davon werden, wie er seine neue Drohne in Betrieb nimmt. Im Interview erzählt er uns, dass er zwar einen Moment darüber nachgedacht hat, ob und wie lange er seinen Beruf als Kameramann noch ausführen kann. Dass er aber andererseits sein Leben lang schon so flexibel und spontan unterwegs sein musste, dass er immer etwas für sich finden wird, um sein Geld zu verdienen. Er sagt, er sei eh kein Typ, der sein Leben lang den gleichen Beruf ausübt.

Patrick auf dem Sprungturm

Patrick blickt seiner Zukunft durch und durch positiv entgegen. Für ihn ist die MS zwar kein Freund, aber auch kein Grund, Trübsal zu blasen. Ihm ist durchaus bewusst, dass er bisher einen milden Verlauf erwischt hat. Umso mehr nutzt er jetzt die Zeit und lebt sein Leben. Und möchte damit andere inspirieren.