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Thema: Fatigue

Tausend Gesichter: Regina

Fatigue war eines der ersten Symptome von Regina. Am Anfang nur ab und zu, dann wurde es schrittweise mehr und seit 2015 leidet sie durchgehend daran. Sie nimmt uns mit in ihren Alltag, der von der MS und besonders von der Fatigue deutlich gezeichnet ist. Besonders schwer fällt ihr das Laufen. Sie verkrampft ihre Hand und konzentriert sich die ganze Zeit auf nichts anderes. Für Außenstehende kaum zu erkennen, für sie eine enorme Anstrengung.

Obwohl Regina dadurch in ihrem Alltag sehr eingeschränkt ist, gibt sie nicht auf. Sie trauert nicht den Dingen hinterher, die sie nicht kann, sie sieht einfach das, was sie kann und lässt die MS nicht gewinnen.

Mehr über Reginas Leben mit Fatigue und wie sie sich in schwierigen Situationen zu helfen weiß, seht ihr in der neuen Folge von Tausend Gesichter.

Der Dreh mit Regina

„Wollen wir mal eine Pause machen?“ - Die Physiotherapeutin schaut Regina fürsorglich an. „Nö“ - kommt es resolut zurück. Wieder und wieder steigt Regina hochkonzentriert auf den Stepper und wieder herunter. Die Therapeutin hält dabei ihre linke Hand geöffnet und stützt sie.

Regina und ich kennen uns vom Perspektivwechsel-Dreh. Der ist schon einige Monate her. Doch als ich sie mit meinem Team am ersten Drehtag vor der Physiopraxis antreffe, merke ich ihr keinen Unterschied zu damals an. Auf den ersten Blick hat sie keine großen körperlichen Einschränkungen. Wir laufen gemeinsam in die Praxis hoch, die Therapie beginnt.

Und ich stehe im Raum und staune nicht schlecht. Mir war gar nicht aufgefallen, dass sie ihren Arm gestreckt und die Hand die ganze Zeit zu Faust geballt hatte. Jetzt muss sie diese öffnen und hat prompt extreme Mühe das Gleichgewicht zu halten.

Sie erzählt mir, dass sie sich das mit der ihrer Faust nach einem Schub angewöhnt hatte, um nicht mit dem Arm für das Gleichgewicht zu rudern. Im Alltag kommt Regina mit diesem Trick recht selbstständig voran. Aber sie sagt selbst, wie groß der Energieaufwand allein für die Konzentration auf's Gehen für sie ist.

Making of zum Dreh mit Regina

Als wir gemeinsam in ihrer Wohnung ankommen, begrüßt uns ihr Freund Kevin. Er und ihr Freundeskreis sind Regina eine große Stütze im Alltag. Sie erfährt viel Verständnis für ihre ständige Müdigkeit und muss sich auch nicht dafür rechtfertigen.

Manchmal erschreckt es Regina sogar, wenn sie selbst gar nicht merkt, dass sie ihre Konzentration weniger wird. Sie wird dann von außen drauf hingewiesen oder gefragt, ob sie eine Pause möchte.

Was mir in der Physiotherapie schon aufgefallen ist, verfolge ich auch bei ihr zuhause: Reginas unbändiger Ehrgeiz. Denn sie geht nicht nur regelmäßig zu ihren Praxisstunden, sondern übt auch viel in ihrer Wohnung mit unterschiedlichen Hilfsmitteln. Da gibt es ein Balance-Pad, einen Stepper, Übungen auf der Matte, Gedächtnistraining am Rechner, Konzentrations-Übungen mit Stift und Papier, ein Ausmalbuch und vieles mehr.

Making of zum Dreh mit Regina

Reginas Credo lautet, dass sie keine Lust hat, sich von der MS unterkriegen zu lassen. Ja - das merkt man. Und auch wenn sie oft Pausen machen muss – je nach Phase unterschiedlich viele und lange – hat sie die ganze Zeit das Ziel vor Augen, sich das Verkrampfen der Hand wieder abzutrainieren. Und zwar lange vor der Zeit, die ihr die Therapeuten vorhergesagt haben.

Ihr Wille ist ansteckend. Ansteckend und motivierend!